Strafverteidigung ist Vertrauenssache

Es hämmert laut an der Tür, es ist 4 Uhr morgens. Wer kann das sein? Verschreckt erkennt man durch den Türspion: Uniformierte verlangen den Zutritt - Hausdurchsuchung.

Völlig unabhängig von der Schuldfrage: Bereits jetzt sollte die im Handy gespeicherte 24/7 Notfallnummer eines lokal ansässigen Strafverteidigers gerufen werden. Denn selbst wenn die Polizei allen Grund für eine Hausdurchsuchung hat und mit einer richterlichen Freigabe wedelt, sollte jeder seine Rechte nutzen. Ein professioneller Rechtsanwalt für Strafrecht wird bereits am Telefon erste Handlungsanweisungen geben. So ist die Polizei verpflichtet bis Ankunft des Anwalts mit der Hausdurchsuchung zu warten - man muss es nur einfordern.

Zudem stellt ein Anwalt für Strafrecht zunächst sicher, welche Räumlichkeiten überhaupt für eine Durchsuchung freigegeben wurden - es gibt Fälle, in denen gern aus Unwissenheit des mutmaßlichen Straftäters auch Räumlichkeiten durchsucht wurden, die von dem Richter nicht freigegeben wurden.

Man hat das Recht zu schweigen


Es müssen nicht gleich klickende Handschellen sein - dafür kommt das Verhör gern unerwartet. Die vermeintlich freundlichen, verständnisvollen Beamten verwickeln einen in ein Gespräch, schaffen Vertrauen und erhalten durch suggestive Fragen zusätzliche Informationen - die gegen einen verwendet werden können. In Deutschland gibt es das Recht zu schweigen nicht ohne Grund: Man muss sich nicht selbst belasten. Ein Fachanwalt für Strafrecht wird darauf achten, dass man nicht unbedarft Aussagen tätigt, die einen später selbst belasten.
Ebenso ist ein Strafverteidiger auch ein glaubwürdiger zusätzlicher Zeuge während der Hausdurchsuchung. Es besteht somit nicht die Gefahr, dass z.B. durch ein Festsetzen des Angeklagten in einem Raum die Polizeitruppe in den übrigen Räumen ohne Legitimation ungehindert Beweise sammeln können.

Jeder hat das Recht auf einen Anwalt


Wer sich einen Anwalt nicht leisten kann, erhält einen Pflichtverteidiger. Diesen kann man sich aber auch selbst auswählen. Ein guter Anwalt engagiert sich gleichermaßen stark für alle seine Mandanten. In jedem Fall ist ein Verzicht auf einen Anwalt aus monetären Gründen die denkbar schlechteste Entscheidung im Strafrecht. Ein Verteidiger ist nicht nur rechtliche, sondern auch seelische Stütze: Während sich der Freundeskreis im Falle eines Strafverfahrens schnell ausdünnt, bietet einem der Verteidiger permanenten und professionellen Beistand in einer der denkbar schwierigsten Lebenssituationen. All dies gilt auch und gerade bei dem Vorwurf des Umgangs mit Kinderpornographie sowie in Fällen des Bafög-Betrugs.

Raus aus der Untersuchungshaft


Im Strafrecht gilt als erste Voraussetzung für die U-Haft der dringende Tatverdacht. Zudem muss ein Haftgrund vorliegen, oft sind dies eine vermeintlich vorliegende Fluchtgefahr oder Verdunkelungsgefahr. Die Untersuchungshaft ist eine der schärfsten Einschnitte in die Lebensgewohnheiten eines nicht Verurteilten. Ein guter Strafverteidiger wird alles Erdenkliche unternehmen, um eine Untersuchungshaft zu vermeiden oder schnellstmöglich zu beenden.
Bereits eine Untersuchungshaft kann weitreichende persönliche Konsequenzen haben: Der Arbeitsplatzverlust, die Brandmarkung als möglicher Straftäter im Freundes- und Bekanntenkreis bis hin zum finanziellen Ruin. Stellt sich der Angeklagte im Nachhinein als unschuldig heraus bleibt diesem oft nur ein sardonisches Lachen im Halse stecken.

Kein Freispruch? Nach der Verhandlung ist vor der Verhandlung


Nach einer langwierigen Verhandlung erhofft man sich den Freispruch und wird: verurteilt. Das ist jedoch noch längst kein Grund aufzugeben. Nicht selten tun sich Verfahrensfehler ein. Das Revisionsrecht gibt einem die Mittel, solche Fehler durch eine Revision des Verfahrens Rechnung zu tragen.

Eine Revision im Strafrecht eilt: Ab Urteilsverkündung bleibt nur eine Woche für die Antragsstellung einer Revision. Ist man unzufrieden mit den Leistungen seines Anwalts während der Verhandlung gewesen, kann man auch bundesweit einen anderen Strafverteidiger für die Durchführung des Revisionsverfahrens beauftragen. Der standardisierte Prozess erlaubt oft eine telefonische Durchführung, jedoch bieten engagierte Anwälte auch die Anmietung lokaler Besprechungsräume an und scheuen auch die kurzfristige bundesweite Anreise nicht, um kompliziertere Revisionsfälle schnell zu klären.

Die Qual der Wahl


In Deutschland finden sich viele Strafverteidiger. Doch die Auswahl gestaltet sich oft schwierig: Große Kanzlei oder Einzelkämpfer, langjährige Erfahrung oder jung und engagiert? Vieles muss sich nicht ausschließen, am Ende zählt der persönliche Eindruck. Man sollte sich frühzeitig über Rechtsanwälte in seiner Umgebung informieren. Die Website ist ein guter Ansatzpunkt: Ist diese zeitgemäß aufgebaut und bietet neben aussagekräftigen Informationen zur Kanzlei auch kostenlose Inhalte zu Rechtsthemen, die eine erste Orientierung erlauben? Wird eine 24/7 Notfallrufnummer bereitgestellt und befindet sich die Kanzlei in einer repräsentativen Lage? Gerade in Großstädten tummeln sich viele Anwälte auf engem Raum - hier sollte man nicht den nächstbesten wählen.

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