Mein Gaming PC 2009

Es gibt nie den richtigen Zeitpunkt, um Hardware zu kaufen

Vor kurzem musste ich eine herbe Enttäuschung einstecken: In der Hoffnung, dass die PS3 als Next-Gen-Plattform und 6 aktiven Prozessorkernen zumindest eine zeitlang ebenbürdig mit Gaming-PCs bleibt, wurde ich eines besseren belehrt: Für einen Zockerabend in freudiger Erwartung Far Cry 2 aus der Videothek ausgeliehen, PS3 angeschaltet, Blu-Ray eingelegt, das Game gestartet und...eine herbe Enttäuschung in der Runde. Dass man Abstriche gegenüber der HighEnd-PC-Version machen muss, war klar, aber was EA bei der Portierung auf die PS3 an Details übrig gelassen hat, treibt jedem gestandenen Zocker Tränen in die Augen. Nichts von der sagenumwobenen Grafikpracht ist übrig geblieben.

Doch jetzt wurde ich heiß auf Grafik-Wunder-Pracht gemacht. Ein aktueller Gaming-PC muss her.

Budget: ca. 2.000 EUR
Kaufzeitpunkt: Herbst 2009

Dadurch, dass ich dann doch noch ein paar Wochen benötige, um mir die Kohle für den Rechner zusammenzukratzen, bin ich relativ flexibel in der Auswahl der Komponenten. Und derer gibt es viele zur Auswahl: AMD CPU oder Intel? AMD Grafikkarte oder Nvidia?

Am Ende habe ich mich subjektiv für die Platzhirsche entschieden: Intel CPU und Nvidia Grafikkarte. Da ich keine Lust auf Mikroruckler habe, entscheide ich mich gegen ein SLI oder Dual-GPU-System und wähle die Nvidia 285 GTX von Sparcle. Der Vorteil: Durch 3 Lüfter ist sie derzeit eine der leisesten Grafikkarten in dieser Modellreihe.

Im Herbst erscheinen neue Grafikkarten von ATI, die Direct X 11 vollumfänglich unterstützen. Doch aus Erfahrung weiß man: Die ersten Grafikkarten einer neuen Baureihe sind erstmal nur laut, werden von aktuellen Games nicht ansatzweise ausgenutzt und sobald die ersten Games Direct X 11 unterstützen, sind die Grafikkarten der ersten Generation bereits wieder zu langsam für die Games.

Dennoch schlage ich erst zu, sobald die Direct X 11 Grafikkarten von ATI veröffentlicht sind, um so den erwarteten Preisrutsch in der Nvidia-Reihe mitzunehmen.

Der Prozessor soll ein Quad-Core von Intel sein. Als enthusiastischer Gamer fiel die Entscheidung schnell auf die i7-Reihe. Doch welcher Sockel? Der 1366 ist am leistungsfähigsten und wurde ursprünglich für den Serverbereich entwickelt. Daher sind Mainboards und Prozessoren oft auch teurer, als bei der günstigeren Variante, dem jüngst vorgestellten Sockel 1156. Jedoch: Am 18. Oktober wird der i7-960 eingeführt, was weitere Preissenkungen in der 9xx-Reihe mitbringen wird. Vergleicht man die beiden Sockel, so fällt der Preisunterschied auch nicht enorm aus. Interessant dagegen ist, dass die für 2010 angekündigten 6-Core-Prozessoren von Intel nur auf Sockel 1366 erscheinen werden - denn nur hier sind genügend Pins vorhanden, um die neuen Flagschiffe anzusprechen.

Ein weiterer Vorteil: Die 1366-Mainboards verfügen über 6 Speicherbänke für RAM, die 1156-Mainboards nur 4. Da derzeit 2GB-Speicherriegel das beste Preis/Leistungsverhältnis bieten, könnten bei 1366-Boards 12 GB günstig bestückt werden. Bei 1156-Boards hingegen wären maximal 8 GB Arbeitsspeicher mit 2GB-Riegeln möglich.

Somit wird wohl alles auf die i7-9xx-Plattform hinauslaufen, außer es gäbe noch einen starken Preisrutsch in der i7-8xx-Reihe bis Oktober, der die i7-9xx-Plattform uninteressant machen könnte.

Den größten Performance-Schub erreiche ich jedoch durch die Wahl einer Solid-State-Disk als System-Laufwerk. Hierbei wähle ich die Intel-Postville mit 80 GB als zuverlässigen Partner. Für die restlichen Daten tut es auch eine 1-GB-SATA-Platte, hier kommt es dann nicht unbedingt auf maximale Geschwindigkeit an.

Neben neuen CPUs und Grafikkarten hat der Oktober 2009 noch etwas zu bieten: Das Release von Windows 7. Somit könnte Q4 2009 ab Ende Oktober / Anfang November der ideale Zeitpunkt sein, um sich neue Hardware zuzulegen. Viele Hersteller erneuern jetzt Ihre Produktpalette. Und wie heißt es so schön: Lieber 6 Monate vor dem nächsten Preisrutsch kaufen, als 4 Wochen. Daher warte ich noch den Monat und kassiere die Preisnachlässe oder erhalte mehr Leistung für mein Geld.


Update


Nun ist der Gaming Rechner nicht nur bestellt - er ist angekommen smile.gif Bei der endgültigen Auswahl der Komponenten kam es dann doch ganz anders als gedacht. Insgesamt ist der folgende PC mein Traumrechner schlechthin - und hat es inklusive Peripherie auf stolze 2.500 EUR gebracht.

Hier die einzelnen Komponenten im Detail. Die Namen der Komponenten sind immer mit dem Shop-Artikel bei dem PC-Versandhaus Alternate verlinkt, die mir auch den Computer zusammengebaut haben. Dies bieten sie für derzeit 80 EUR an. Doch warum habe ich mich für Alternate entschieden? Liest man in diversen Foren die Usermeinungen, bildet sich ein einhelliges Bild: Top Service, Preise etwas höher als bei Discountern wie Schiwi. Zwar bieten andere Shops wie Atelco den Zusammenbau für derzeit 20 EUR an, nimmt man jedoch einen üblichen Stundensatz von 60 EUR / Stunde, frag ich mich, wie ein kompletter PC in womöglich nur 15 Minuten vernünftig zusammengebaut werden kann. Bei Alternate werden die PCs von verschiedenen Spezialisten zusammengebaut, die jeder nur einen festen Bereich betreuen: So gibt es eigene Abteilungen für Hardware Pre-Testing, Zusammenbau, Hardware-Post-Testing, Software-Installation und Testing der Harmonisierung der Treiber. Ich habe meinen PC ohne Betriebssystem bestellt, da ich Windows 7 als Student im Rahmen des MSDNAA-Programms kostenlos erhalte. Dennoch hat Alternate zum Testen der Hardware- und Treiberkompatibilität Windows 7 installiert - und danach wieder gelöscht. So viel Aufwand ist mir die 80 EUR wert - zumal sich der Zusammenbau wirklich sehen lassen kann - alles sauber verkabelt und geordnet.

Der Computer

Gehäuse: Cooler Master COSMOS 1000
Es ist einfach wunderschön und bietet genug Platz, um alle Komponenten sauber einzubauen. Während die Außenwände aus Aluminium gefräst wurden, bietet das Stahl-Chassis genug Stabilität, um Vibrationen von Lüftern auszugleichen. Der Preis ist mit knapp 180 EUR zwar recht Hoch, jedoch wird dieses Gehäuse mir wohl mehrere Computergenerationen zur Seite stehen.

Einen umfangreichen Test haben die Redakteure bei Computerbase durchgeführt.

Prozessor: Intel® Core™ i7-860 Prozessor
Für mich DER 4-Kern-Prozessor 2009. Das Preis/Leistungs ist für Gamer großartig, die Leistung wird für mind. 2 Jahre auch für High-End-Games ausreichen und durch die Turbo-Boost-Funktion ist der Prozessor auch 1. Wahl für Anwendungen, die nur auf 2 Kerne optimiert wurden.

Mainboard: ASRock P55 Pro
Für mich der Preis/Leistungssieger für 1156-Chipsätze. Für einen so geringen Preis (ca. 100 EUR) muss man allerdings auch mit ein paar Nachteilen leben: So verbraucht das Mainboard ca. 10 Watt mehr als die Konkurrenz und bietet nur 6 SATA-Anschlüsse. Mit 3 Festplatten, 2 Laufwerken und einem Front-eSATA-Port ist dann Schluss - möchte man mehr Laufwerke einbauen hilft nur eine PCI-Erweiterungskarte. Für die meisten Anwender sollten 6 SATA-Anschlüsse aber mehr als genug sein. Ich werde mir jedoch früher oder später so eine Erweiterungskarte zulegen müssen wink.gif

Grafikkarte: XFX HD5870
Schlussendlich ist es nun doch eine ATI 5870 geworden. Da alle Produzenten derzeit das Referenzdesign von ATI nutzen, sind diese abgesehen vom Logo alle identisch. Trotz der enormen Lieferengpässe aufgrund von Produktionsschwierigkeiten konnte mir Alternate eines der heißbegehrten Stücke sichern. Die ATI Grafikkarte ist die derzeit schnellste Single-GPU imd ein wahres Kraftpaket: Games wie Call of Duty 6, Crysis oder Anno 1404 lassen sich problemlos auf maximalen Details @ 1920x1080 spielen. Das waren mir die 400 EUR wert popcorn.gif

Netzteil: Enermax MODU82+ 625W
Viele Netzteile stören aufgrund von lauten Netzteilen und hochfrequentem Fiepen. Dies kam für mich nicht in Frage. Ich habe mich für ein Enermax-Netzteil entschieden, das durch Geräuscharmut, hohe Effizienz und saubere Verarbeitung glänzt. Praktisch bei der MODU-Variante: nicht benötigte Stromkabel lassen sich aufgrund der Steckverbindung abtrennen und helfen so, unnötige Kabel im Gehäuse zu minimieren. Das führt im besten Fall zu einer geringeren Verwirbelung von Luftströmen und somit einer besseren Kühlleistung.

CPU-Kühler: Scythe Zipang 2
Ein wahres Monster! Jedoch nur in den Ausmaßen. Der 140mm Lüfter nimmt enorm viel Platz ein und überragt teilweise sogar die RAM-Steckplätze. Mit nur 1000 Umdrehungen die Minute schafft er es dank seiner Ausmaße den Vierkernprozessor still und heimlich zu kühlen - und ist damit jeden Cent wert.

Arbeitsspeicher: Corsair 8 GB DDR3-1333
Beim Arbeitsspeicher sollte man nicht sparen - gerade hier ist Zuverlässigkeit enorm wichtig, da der Arbeitsspeicher für die Stabilität des Systems enorm wichtig ist. Mit Corsair als Markenhersteller kann man als Gamer wenig falsch machen. Bei 8 GB im System führe ich ein entspanntes Leben mit deaktivierter Auslagerungsdatei biggrin.gif

Systemlaufwerk: Intel® X25-M G2 Postville 160 GB
Die Intel-SSD ist ein wahres Schmuckstück: Mit der SSD habe ich auch im Alltag eine flotte Maschine, das Betriebssystem wird nicht mehr durch eine lahme Festplatte ausgebremst: Windows lädt innerhalb von 12 Sekunden. Es ist einfach ein neues Lebensgefühl. Kein Wunder, denn eine SSD arbeitet bis zu 3x so schnell, wie eine herkömmliche Festplatte.

Massenspeicher: Samsung SpinPoint F2 EcoGreen 1,5 TB
Da ich bei den übrigen Komponenten stark auf ein leises Geräuschbild geachtet habe, fiel die Wahl bei den Festplatten auf die leise F2 von Samsung. Trotz der geringen Drehzahl von 5.400 pro Minute ist die Geschwindigkeit durch die hohe Datendichte vergleichsweise hoch.


BluRay-ROM: LiteOn iHOS104
BluRay-Kaufwerke kosten mitlerweile nicht mehr viel. Mit einem Brenner-Kauf warte ich dagegen lieber noch etwas.


Die Peripherie
Bei dem Zubehör soll alles dabei sein, was man zum Gamer-Leben braucht. Auch hier habe ich nicht am falschen Ende gespart.

Monitor: Samsung SyncMaster P2450H
Der absolute Geheimtipp: Für nur 200 EUR erhält man einen sauber verarbeiteten 24 Zoll Monitor im 16:9 Format. Da das Display entspiegelt wurde, hat man auch bei starkem Lichteinfall weiter ein super Bild. Der Kontrast von 70.000:1 liefert eine atemberaubende Anzeigequalität.

Maus: Razer Lachesis (Rot)
Großartige Gamermaus, die durch ihre neutrale Form auch für Linkshänder geeignet ist. Die 4.000 DPI nutze ich nicht voll aus - gut, dass man die DPI Zahl in der Maus herunterregeln kann, um ein für sich selbst optimales Setting zu finden.

Tastatur: Logitech Cordless diNovo Edge
Diese Tastatur ist kein einfaches Eingabegerät, es ist ein Möbelstück - eine solche Meisterleistung in Design und Technik sieht man selten.

Gamepad: Logitech Cordless Rumblepad 2 refresh
Für Rennspiele und Adventures optimal. Liegt nicht ganz so gut in der Hand, wie der legendäre Playstation-Controller, aber dennoch: Hier hat Logitech gute Arbeit geleistet.


Und anbei einige Schnappschüsse von meinem PC:
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