A Scanner DarklyMultimedia
Retro = Innovation?
Der jüngst in Cannes vorgestellte Film A Scanner Darkly vom Regisseur David Linklater brüht alte Konzepte erneut auf und zeigt vor allem eins: Die Mischung machts.

Die Story klingt düster, aber nicht sonderlich neu: In einer nahen Zukunft geht die Regierung immer härter gegen Drogen vor und fordert die totale Überwachung. Schizophren: Undercover Polizist Bob Arctor (Keanu Reeves) wird von der Regierung mehr und mehr dazu gedrängt auch sich selbst zu überwachen.
Mehr Aufmerksamkeit erntet der Film derzeit vor allem durch die eingesetzte Shader-Technik: Die digital aufgenommenen Sequenzen wurden am Computer in einem Tonwerttrennungs-Verfahren abstrahiert und nachgezeichnet. Diese in der Fotografie auch als Posterisation bezeichnete Technik liegt in der Pop-Art begründet. Ein ähnlicher Effekt wurde durch Andy Warhol populär. A Scanner Darkly ist also eine Mischung aus Film noir und Pop-Art:
Das Ergebnis wird gerne mit der derzeit populären Anime/Manga-Technik verwechselt, es handelt sich hierbei jedoch um einen Trugschluss. Pop-Art und Film noir sind uramerikanische Stilrichtungen.
Der Pop-Art-Stil lässt sich in Filmen erst seit der digitalen Technik erfolgreich einsetzen. 2001 wurde diese Technik von David Linklater bereits in seinem visionären Film Waking Life angewandt. In diesem hatte der Regisseur jedoch einen vielfach höheren künstlerischen Anspruch.

Fazit
A Scanner Darkly versucht den Spagat zwischen Kunst und Mainstream, zwischen düsterer Schwarzmalerei und verspieltem Comic-Look. Hoffen wir, dass sich Linklater hierbei keine Verzerrung zuzieht.
Trailer
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Die Story klingt düster, aber nicht sonderlich neu: In einer nahen Zukunft geht die Regierung immer härter gegen Drogen vor und fordert die totale Überwachung. Schizophren: Undercover Polizist Bob Arctor (Keanu Reeves) wird von der Regierung mehr und mehr dazu gedrängt auch sich selbst zu überwachen.
Mehr Aufmerksamkeit erntet der Film derzeit vor allem durch die eingesetzte Shader-Technik: Die digital aufgenommenen Sequenzen wurden am Computer in einem Tonwerttrennungs-Verfahren abstrahiert und nachgezeichnet. Diese in der Fotografie auch als Posterisation bezeichnete Technik liegt in der Pop-Art begründet. Ein ähnlicher Effekt wurde durch Andy Warhol populär. A Scanner Darkly ist also eine Mischung aus Film noir und Pop-Art:
ZITAT(Wikipedia @ Pop-Art)
Von den Künstlern wurde Pop-Art oft als Antikunst bezeichnet, die sich dem Trivialen zugewandt hat. Der Popkünstler fordert die absolute Realität, das heißt, dass alle Elemente rein, klar definierbare Gegenstands-Elemente sein müssen. Die meisten Formen werden wie in Comic-Heften mit schwarzen Linien umrandet. Oft sind die dargestellten Gegenstände wie in einem Plakat ohne Tiefe, also flächig dargestellt. Die Farben sind immer klar, es werden nur die Grund- und Sekundärfarben angewendet.
ZITAT(Robert Sklar)
"Das Kennzeichen des Film noir ist sein Sinn für in einer Falle sitzende Menschen - gefangen in einem Netz von Paranoia und Angst, unfähig, Schuld von Unschuld zu unterscheiden, echte Identität von falscher. Die Bösen sind anziehend und sympathisch [...]. Seine Helden und Heldinnen sind schwach, verstört. Die Umwelt ist düster und verschlossen, die Schauplätze andeutungsweise bedrückend. Am Ende wird das Böse aufgedeckt, aber das Überleben der Guten bleibt unklar und zwiespältig."
Das Ergebnis wird gerne mit der derzeit populären Anime/Manga-Technik verwechselt, es handelt sich hierbei jedoch um einen Trugschluss. Pop-Art und Film noir sind uramerikanische Stilrichtungen.
Der Pop-Art-Stil lässt sich in Filmen erst seit der digitalen Technik erfolgreich einsetzen. 2001 wurde diese Technik von David Linklater bereits in seinem visionären Film Waking Life angewandt. In diesem hatte der Regisseur jedoch einen vielfach höheren künstlerischen Anspruch.
Fazit
A Scanner Darkly versucht den Spagat zwischen Kunst und Mainstream, zwischen düsterer Schwarzmalerei und verspieltem Comic-Look. Hoffen wir, dass sich Linklater hierbei keine Verzerrung zuzieht.
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