Photoshop how to: Print-Anzeige erstellen

Teil 2: Erstellung einer Photoshop-Datei & des Erstentwurfs

Das folgende dreiteilige Tutorial soll anhand eines praktischen Beispiels die Funktionsweise Photoshops näherbringen und Schritt für Schritt zeigen, wie man eine simple DIN-A4-Print-Anzeige in Photoshop erstellt. Gleichzeitig werden die wichtigsten Aspekte in der Gestaltung erklärt. Die Anzeige ist Anfang April in der Zeitschrift hakin9 - Einmonatsmagazin über IT-Security erschienen.

Der Artikel ist vor allem für Anfänger geeignet, die sich an die Welt der Gestaltung mit Photoshop heranwagen möchten, dies wird mit einem kleinen Crashkurs der Gestaltung und der technischen Aspekte begleitet.
layout_ita_anzeige_a4_v0.1.jpg

Der Erstentwurf: Noch sehr roh und bedarf noch einiger Änderungen.


Entstehungsprozess: Erstentwurf
Der Erstentwurf sollte nicht zu viel Zeit verschlingen - dennoch bildet dieser den ersten Eindruck und sollte bereits eine Richtung aufweisen, beziehungsweise empfehlen. Der Erstentwurf darf gern etwas kreativer sein - hier sollen vor allem Grenzen überschritten werden, Text und exakte Positionierung, auch Proportionen müssen noch nicht perfekt sein. Diese können und müssen in den nächsten Phasen in Zusammenarbeit mit dem Kunden überarbeitet werden.


photoshop_create_file.jpg

Entstehungsprozess: Dateierstellung
Wie bereits im ersten Teil beschrieben, müssen wir bei der Erstellung einer Photoshop-Datei auf die korrekte Auflösung, Maße und den verwendeten Farbraum achten. Wir gehen hierzu im Photoshop-Menu auf File->New... und versehen die Datei zunächst mit einem Namen, z.B. ITA Anzeige. Als Farbmodus wählen wir CMYK, die Auflösung legen wir auf 300 DPI fest. Da es sich um eine DIN-A4-Anzeige handelt, können wir nun die Vorlage A4 unter Preset wählen. Ein Klick auf OK erstellt nun diese Datei, die wir der Sicherheit halber sofort abspeichern.

Im weiteren Verlauf ist darauf zu achten, möglichst oft zwischenzuspeichern (z.B. per Tastendruck: STRG + S) - nichts ist ärgerlicher, als dass aufgrund eines Programmabsturzes alle Fortschritte verloren gehen. Bei größeren Änderungen sollte man die Datei unter einem neuen Namen abspeichern, um jederzeit einen früheren Zustand wiederherstellen zu können.


Entstehungsprozess: Arbeitsplatzeinrichtung
workspace_preferences.jpg
workspace_preferences_units_and_rulers.jpg
workspace_preferences_guides_grid_and_slices.jpg
workspace_show_grid_and_rulers.jpg
workspace_window.jpg
Zunächst richten wir uns den Arbeitsplatz ein: Hierzu gehen wir auf Edit->Preferences->Units & Rulers.
Die Lineale (Rulers) sollten cm als Wert haben, als Type wählen wir points. Bei der Spaltenbreite (Column Size) ist 1cm sinnvoll, die Zwischenabstände (Gutter) können bei 0,25 cm Breite liegen.

Als nächstes wird das Raster (Guides, Grid & Slices) eingerichtet. Wichtig ist es, hier einen vernünftigen Wert für das Raster und das Unterraster zu wählen. In jedem Fall sollte als Längenmaß cm eingestellt werden. Als Wert für die Gridline und die Subdivisions ist jeweils der Wert 3 sinnvoll. Mit einem Klick auf OK schließen wir das Fenster.

Um das Seitenlinieal und ein Hilfsraster zu aktivierten, auf View->Rulers und View->Show->Grid klicken. Über View->Snap und View->Snap To lässt sich einstellen, ob und an welchen Elementen sich die späteren Objekte anhaften werden. Das Hilfsraster lässt sich später jederzeit mit der Tastenkombination STRG + H an- und abschalten.

Nun werden die wichtigsten Fenster geladen, die zum Arbeiten nötig sind: Hierzu einfach auf Window klicken und nacheinander mit Linksklick alle Fenster aktivierten (mit Häkchen versehen), die angezeigt werden sollen. Für uns wichtig sind folgende: Zeichen (Character), Ebenen (Layers), Optionsleiste (Options) und die Werkzeugleiste (Tools).

Wir sind nun mit der Arbeitsplatzeinrichtung fertig. Die wichtigsten Tools sind geladen, Umgebungsvariablen, Maße und Längeneinheiten sind einheitlich und auf den Print-Bereich hin optimiert.

Der Design-Marathon kann beginnen cool.gif

Layers: Kategorisierung durch Gruppen
Adobe Photoshop erlaubt die Ordnung verschiedener Ebenen nach Ebenengruppen (Groups). Diese lassen sich sogar ineinander verschachteln. Zur ersten Orientierung werden die folgenden Gruppen angelegt:

layers_groups_create.jpg
layers_groups_rename.jpg
  • sources
    • hier landen zunächst alle externen Grafiken, die recherchiert wurden. Es handelt sich also praktisch um einen Fundus, der den schnellen Zugriff auf die wichtigsten Grafiken erlaubt.
  • logo
    • hier werden alle Logos eingefügt, die man später gebrauchen könnte. u.A. Kundenlogos oder eigene Kreationen
  • content
    • hier wird der eigentliche Inhalt der Anzeige definiert. Hier ist die Möglichkeit zur Erstellung verschachtelter Gruppen besonders hilfreich.


Bilder & Ressourcenmanagement
sources_import_images_with_colour_management.jpg
sources_import_images_drag_to_convert_rgb_to_cmyk.jpg

Nach der Konvertierung in den sRGB-Farbraum kann das Bild einfach per Drag&Drop in das im CMYK-Farbraum angelegte Anzeigen-Layout eingefügt werden.

sources_import_images_completed.jpg

Hier nun das Layout inklusive aller eingefügten Ressourcen. Im Layout selbst siehts aber noch aus wie Kraut und Rüben.

Import: Externe Bilder können ohne Probleme in Photoshop per Drag&Drop geladen werden. Da die Bilder als JPG-Bilder vorliegen, fragt Photoshop, ob diese in den lokalen Farbraum (hier sRGB) konvertiert werden sollen. Das lassen wir gern zu. Photoshop bietet jedoch auch einige weitere Farbräume, die helfen sich auf einen alternativen Farbraum festzulegen.

Gleichschaltung: In professionellen Agenturen, vor allem aber in der Lithografie ist es üblich, den gesamten Gerätepark, also u.A. Bildschirme, Drucker und Computer auf einen bestimmten Farbraum hin auszurichten. Das Bildmaterial wird somit überall nahezu identisch ausgegeben. Farbverfälschungen zum Originalobjekt lassen sich sogar mit der Kallibrierung der Kamera, mit der das Photo geschossen wurde, minimieren. Bevorzugte Farbräume sind hier Adobe-RGB und ECI-RGB.

Positionierung
Zunächst werden die Bilder in Reih und Glied gebracht, angepasst und teilweise abgeschnitten. Das soll später dabei helfen durch ein schnelles umschalten das gleiche Layout mit unterschiedlichen Bildern darzustellen. Da die Bilder nur im oberen Bereich als Header sichtbar sein sollen, muss sichergestellt werden, dass sie nur bis zu einer bestimmten Linie sichtbar bleiben.


Hierbei gibt es mehrere Möglichkeiten:

cut_example_resize_image.jpg

Verkleinerung (resizement) der Ressource

cut_example_cut_image.jpg

Abschnitt (cutting) der Ressource

cut_example_layer_mask.jpg

Ebenenmaske (layer mask) auf der Ressource

Das Bild verkleinern, bis es nur noch so hoch ist wie der Header
Damit würde das Bild insgesamt kleiner und würde nicht mehr den gesamten Header in der Breite ausfüllen.
Wer es ausprobieren möchte: Die entsprechende Ebene auswählen, und im Menü auf Edit->Tranform->Scale gehen. Die Ebene lässt sich nun in der Größe skalieren. Soll dies proportional geschehen, reicht es beim Ziehen mit der Maus, auf der Tastatur die Shift-Taste gedrückt zu halten.

Das Bild selbst bearbeiten und den zu langen Bereich kürzen
Das ließe sich nicht mehr rückgängig machen, außer man hielte sich eine Kopie von jedem Original-Bild.
Wer es dennoch versuchen möchte: Die entsprechende Ebene wählen und mit dem Auswahlwerkzeug den zu löschenden Bereich auswählen und durch Drücken der Entfernen-Taste auf der Tastatur diesen Bereich löschen.

Eine Ebenenmaske erstellen und damit den zu langen Bereich kürzen
Dies müsste bei jeder Header-Ressource geschehen und somit lassen sich nicht in Kürze die Maße nachträglich ändern.
Wer den Versuch wagen möchte: Die entsprechende Ebene anwählen und im Menü Layer->Layer Mask->Reveal All auswählen. Da wir nicht Hide All gewählt haben, ist noch alles sichtbar.

In der Ebenen-Auflistung ist nun aber neben dieser Ebene ein weißer Kasten erschienen. Klickt man in diesen, kann man nun im Layout mit dem Auswahlwerkzeug den entsprechenden Bereich markieren und mit Rechtsklick->Fill diesen Bereich mit schwarzer Farbe füllen. Dieser ist dann nicht mehr sichtbar. Durch Deaktivierung der Ebenenmaske in der Ebenenauflistung lässt sich der Ursprungszustand wieder herstellen.

Die Maske geht jedoch nicht verloren und lässt sich jederzeit wieder aktivieren.


Der beste Weg: Eine neue Ebene (Layer) erstellen und dieser eine Hintergrundfarbe (weiß) zuweisen.
cut_layer_create.jpg

Da diese Ebene über den anderen liegt, verdeckt sie die darunterliegenden Bildbereich der Ressourcen. Möchte man den sichtbaren Bereich verändern, verändert man nur diese eine Ebene und nicht jede einzelne Header-Ressource. Daher benutzen wir diese Verfahrensweise. Hierzu wird zunächst in der content-Gruppe eine neue Ebene erstellt.


cut_layer_fill_mark.jpg

Um einiges zuverlässiger als der Griff zum Farbeimer (Paint Bucket Tool) ist das Füllen einer Auswahl: Nur hier kann man sich wirklich sicher sein, dass die Fläche zu 100% gefüllt ist.

cut_layer_fill_white_colour.jpg

Innerhalb dieser Ebene wird nun eine Auswahl erzeugt. Hierbei sollte das Raster eine Orientierung bieten. Mittels Rechtsklick->Fill auf der Auswahl sollte nun die Abdeckfarbe, hier weiß, gewählt werden.

cut_layer_fill_success.jpg


Nach einem Klick auf OK sieht das Ergebnis zufriedenstellend aus: Alle Bereich, die unter dieser Ebene liegen, werden nicht angezeigt.

Die Ebene haben wir mittlerweile zur besseren Orientierung in cut_layer umbenannt.


layers_arrange_and_move.jpg

Nun wird das Logo des Kunden eingefügt. Dieser stellt es in der Regel bereits als hochauflösendes TIFF-Dokument bereit, so dass es einfach in das Dokument eingefügt werden kann. Nach einer kurzen Repositionierung der Bildelemente (Move Tool) hat man sich nun eine gute Basis geschaffen, die es einem erlaubt schnell zwischen unterschiedliche Styles durch ein- und ausblenden der Ebenen zu wechseln.


lasur_creation_and_opacity.jpg

Nun wird eine leicht transparente Ebene erstellt, ähnlich wie den cut_layer. Diesmal jedoch wird eine Deckkraft von 70% gewählt, was einem aus der Aquarelltechnik bekannten Lasureffekt hervorruft. Dies hat den Vorteil, dass ein Teil des Hintergrundbildes noch durchscheint und somit die Lesbarkeit eines darauf platzierten Textes erheblich erhöht wird.


Textformatierung und Platzierung
headline_type.jpg
headline_arrange.jpg

Die Überschrift der Anzeige wird nach den typografischen Vorgaben über das Character-Pannel formatiert. Hier lassen sich Schriftgröße, deren Stil und ihren Zeilen- und Zeichenabstand festlegen. Wichtig ist es nun in dieser Schriftfamilie zu bleiben und durch ihre unterschiedlichen Schnitte und der Schriftgröße Einfluss auf die Gewichtung der Textelemente zu nehmen.

Logischerweise wird die Headline am größten dargestellt und soll vor allem Interesse erzeugen. 1 + 1 = 10 / think binary wurde als kurze, knackige und zielgruppenaffine Headline ausgewählt. Diese akkurat mittig zu positionieren ist händisch sehr mühselig und sollte automatisiert via Layer->Align Layer To Selection->Horizontal Centers geschehen.


Nicht viel anders gestaltet sich die Formatierung und Positionierung des Fließtextes. Durch die beibehaltende Treue zur Schriftfamilie lassen sich nun durch die unterschiedlichen Schriftschnitte Akzente setzen.

text_creation_and_arrangement.jpg



Produktpositionierung und Hervorhebung
products_background.jpg
[attachment=531:products_ite
s.jpg]

The Product is the key - Daher sollten die Tauschbörsenitems des Auftraggebers besonders hervorgehoben werden. Dies geschieht Corporate-Design-konform durch die Nutzung der in dem Logo verwendeten Farben. Die einzelnen Farbfelder werden als seperate Ebenen angelegt und ähnlich wie der cut_layer erstellt. Die Farben erfährt man entweder aus dem Styleguide des Kunden oder man nutzt die Pipette und "zieht" sich somit die Farbe aus dem vorhandenen Logo.

Die einzelnen Felder werden nun noch wie gehabt horizontal zentriert. Würde man nur die Ebenen markieren, würden diese sich bei dieser Aktion alle mittig zentriert übereinanderlegen. Daher wird die Ebenengruppe, die diese Ebenen umschließt zentriert.

In diese Felder werden nun noch geschwindt die Produkte und deren Kategoriebezeichnungen positioniert. Hierbei ist zu beachten, dass im Printbereich grelle Farben sich weniger beißen als am Bildschirm und somit ein zitrongelb/weiß-Kontrast gestalterisch durchsetzen lässt.


Entwurfsfinalisierung
layout_concept_final.jpg

Als finaler Akt wird das Logo im Hinblick auf das nun komplettierte Layout neu positioniert. Um einen stärkeren Bezug zwischen den einzelnen Produktblockfarben und dem Logo zu schaffen wird dieses nun direkt darunter mittig positioniert - und erhält somit eine Absenderposition.


Fazit & Ausblick
Der größte Teil wäre somit geschafft. Grundlegende Schritte in der Erstellung und Bearbeitung einer Photoshop-Datei wurden vermittelt und einige Möglichkeiten Photoshops in der exakten Positionierung und Formatierung wurden erfolgreich angewandt. Im letzten Teil werden die letzten Optimierungsmaßnahmen durchgeführt und eine finalisierte, druckfähige Datei erstellt.

Variationen
Die verschiedenen Variationen des Erstentwurfs sind hier als PDF downloadbar

Download File layout_ita_anzeige_a4_beach.pdf (0.15 Mbyte), Hits: 3060



Download File layout_ita_anzeige_a4_keyboard.pdf (92.38 Kbyte), Hits: 2746

Download File layout_ita_anzeige_a4_notebook.pdf (73.12 Kbyte), Hits: 2817


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