Tod Brownings FreaksMultimedia
Missgestaltete
Wie explizit darf ein Film sein? Darf ein Film über missgebildete Menschen mit tatsächlichen Freaks gedreht werden? Wie stark ist das Publikum belastbar?
All diese Fragen stellten sich 1932 bei der Erstaufführung des in nur 36 Tagen fertiggestellten filmischen Meisterwerks Freaks - Missgestaltete von Tod Browning. Bekannt wurde Browning als Regisseur des 1931 veröffentlichten Films Dracula. Zwar waren zu damaliger Zeit Freakshows gesellschaftlich nicht mehr gebilligt, die in dem Film auftretenden Schauspieler wurden jedoch weltweit auf Jahrmärkten rekrutiert.
Der Film
Nach außen hin misstrauisch, gilt innerhalb der Freaks ein Ehrenkodex, der den absoluten Zusammenhalt fordert, treu dem Motto "Wer einen von uns verletzt, verletzt alle". Dementsprechend drastisch fällt gegen Ende des Films auch die Rache der Freaks gegenüber der "schönen" Cleopatra aus, die aus Profitgier den kleinwüchsigen Hans verführt, ihn versucht zu ermorden, um so an sein Vermögen zu kommen.
Brownings Film schockierte die Zuschauer zur damaligen Zeit so sehr, dass einige Schlüsselszenen nachträglich aus dem Film entfernt wurden. Dennoch wurde der Film in mehreren Ländern, in einigen noch bis heute, verboten. Dies läutete das Ende der Karriere des Regisseurs ein und ließ den Film zu einer finanziellen Katastrophe werden.

Sensationell - Der lebende Torso (Prince Randian) sorgte mit dieser Sequenz für Aufsehen. Es gelang ihm ohne Arme und Beine sich eine Zigarette anzuzünden.

Frieda (Daisy Earles) weiß von Cleopatras falschen Gefühlen gegenüber Hans (Harry Earles) und bittet diese von ihm abzulassen.
All diese Fragen stellten sich 1932 bei der Erstaufführung des in nur 36 Tagen fertiggestellten filmischen Meisterwerks Freaks - Missgestaltete von Tod Browning. Bekannt wurde Browning als Regisseur des 1931 veröffentlichten Films Dracula. Zwar waren zu damaliger Zeit Freakshows gesellschaftlich nicht mehr gebilligt, die in dem Film auftretenden Schauspieler wurden jedoch weltweit auf Jahrmärkten rekrutiert.
Der Film
Nach außen hin misstrauisch, gilt innerhalb der Freaks ein Ehrenkodex, der den absoluten Zusammenhalt fordert, treu dem Motto "Wer einen von uns verletzt, verletzt alle". Dementsprechend drastisch fällt gegen Ende des Films auch die Rache der Freaks gegenüber der "schönen" Cleopatra aus, die aus Profitgier den kleinwüchsigen Hans verführt, ihn versucht zu ermorden, um so an sein Vermögen zu kommen.
Brownings Film schockierte die Zuschauer zur damaligen Zeit so sehr, dass einige Schlüsselszenen nachträglich aus dem Film entfernt wurden. Dennoch wurde der Film in mehreren Ländern, in einigen noch bis heute, verboten. Dies läutete das Ende der Karriere des Regisseurs ein und ließ den Film zu einer finanziellen Katastrophe werden.
Sensationell - Der lebende Torso (Prince Randian) sorgte mit dieser Sequenz für Aufsehen. Es gelang ihm ohne Arme und Beine sich eine Zigarette anzuzünden.
Frieda (Daisy Earles) weiß von Cleopatras falschen Gefühlen gegenüber Hans (Harry Earles) und bittet diese von ihm abzulassen.
"Wenn du brav bist, kauf ich dir in Paris einen riesigen Hut, mit einer langen, wunderschönen Feder dran." - Das Freak-Mädchen Schlitze freut sich über dieses Versprechen von Ihrem Kollegen Phroso, dem Clown - Einer der wenigen, der die Freaks human behandelt.
Sujet
Glücklicherweise ist der Film in Deutschland wieder erhältlich
Dennoch hat der Film in seiner gekürzten Fassung weiterhin eine enorme Eindringlichkeit und eine bis heute geltende gesellschaftskritische Brisanz. Dem Regisseur war es wichtig aufzuzeigen, dass die wahren Monster nicht die äußerlich unangepassten Missgestalteten sind, sondern die schönen und strahlenden, aber emotional verkrüppelten Stars.
Der Regisseur fragte sich, ob so ein Film in der baldigen Zukunft überhaupt noch machbar sein wird - Die sich rasend fortentwickelnde Technik würde diese äußerlich lebensunwürdigen Kreaturen aus der Gesellschaft entfernen und nur noch "reine" und gesunde Menschen ermöglichen. Gleichzeitig schafft er es die Gefühle und emotional-naive Befangenheit der Freaks aufzuzeigen.
Dies macht den Film in jeder Hinsicht zu einem der bedeutendsten Filmschätze und lässt auch eine gesellschaftliche Weiterentwicklung erkennen: Ein Werk, das zu damaliger Zeit auf blankes Entsetzen und Unverständnis traf, wird heute als wichtiger Teil der Filmkunst anerkannt. Hoffen wir, dass die noch heute geltende Brisanz des Inhalts und die darin enthaltene Gesellschaftskritik unsere mehr und mehr emotional ermattete und effektsüchtige Kultur im gebührendem Maße erreicht.
Weitere Informationen
de.wikipedia.org/wiki/Freaks
olgabaclanova.com/freaks_show.htm
